Gruppe oder Team

Das englische Wort für Gruppe ist "group", nicht "team". Und auch die Begeisterung für Anglizismen macht aus Gruppen noch lange keine Teams.

Für Teams charakteristisch ist:

Charakteristikum Beschreibung Cooperative Learning
unterschiedliche Kompetenzen

In einem Team wirken unterschiedliche Stärken und Kompetenzen. Redundanzen werden vermieden. Nur in der Summe der Stärken und Kompetenzen ist das Team hinsichtlich der Aufgabenlösung handlungsfähig. Jeder ist sich seiner besonderen Rolle bewusst.
Das Team kann nur gemeinsam gewinnen oder verlieren.

Positive Abhängigkeit
Individuelle Verantwortlichkeit

Aufgabe außerhalb des Teams Die Aufgabe des Teams ist nicht, sich mit sich selbst zu beschäftigen, sondern eine Aufgabe zu arbeiten, die von außen an das Team gestellt wird. Aufgabenstellung
Verbindliche Regeln Das Team arbeitet nach verbindlichen Absprachen und reflektiert die Nützlichkeit dieser Absprachen. Gruppenprozessreflektion
Keine Reibungsverluste Durch die akzeptierte Kompetenzverteilung und die Einhaltung der Regeln werden innere Reibungsverluste vermieden. Soziale Fähigkeiten
100% Kommunikation Kommunikation ist das wichtgste Betriebsmittel des Teams. Das umfasst sowohl die verbale wie auch die non-verbale Kommunikation. Face-to-face-Interaction

Zusätzlich zu den aufgabengebundenen Jobs bekleiden Teammitglieder Teamrollen, in denen sie ihre persönlichen Stärken einbringen (siehe Teamrollenmodell nach Belbin in der rechten Spalte).

Innerhalb dieser Teamrollen bilden Teamführer und Koordinator eine Führungs-Subteam, das alle anderen Teamrollen vereint. Bei der Besetzung von Führungspositionen innerhalb einer Organisation ist es von vitalem Interessen, dass diese Vielfalt an Kompetenzen erhalten bleibt, auch wenn sie innerhalb des Führungsteam getauscht werden können.
(Ein Schulleiter, der vorher Stellvertreter war, braucht einen neuen Stellvertreter mit den Eigenschaften eines Teamführers, es sei denn, die Schule solle nur noch verwaltet werden).

Die weiteren Teamrollen unterstützen das Führungsteam bei der Erfüllung seiner Aufgaben.

Das Rangfolgen-Modell nach Schindler (Abbildung in der rechten Spalte) gibt eine hierarchische Organisation innerhalb von Teams wieder. Teamführer (alpha) und Koordinator (beta) führen und organisieren das Team. Innerhalb der Teamer (gamma) nimmt der Widerständler (omega) eine besondere Rolle ein. Er ist der Bedenkenträger und hat zumindest eine geistige Nähe zum Gegenspieler, der das Scheitern der Teams zu seinem Ziel gemacht hat.

Teamrolle-Modell

Rangfolgenmodell

Der Umgang mit Omega stellt für die Führung eine besondere Aufgabe da. Er ist nämlich derjenige, der die Schwachstellen des Teamplan erkennt. Deswegen ist seine Einbindung für das erfolgreiche Arbeiten des Teams essentiell. Teamarbeit verhindet so die Bildung von Außenseitern und deren Ausgrenzung.
 
team © Sven-Olaf Miehe• DE-25548 Kellinghusen August 31, 2017