Die sechs Grundzutaten

Für Lernsituationen, die eine ganzheitliche Förderung von Kompetenzen ermöglichen, bedarf es sechs Grundzutaten. Das sind:

Positive Abhängigkeit Die Gruppe muss so zusammengesetzt sein, dass jedes Gruppenmitglied eine besondere Stärke in die Gruppe einbringt, die die anderen nicht in dieser Qualität zeigen, und von der der gemeinsame Erfolg abhängt.
Individuelle Verantwortlichkeit Jedes Gruppenmitglied ist sich seiner individuellen Stärke und ihrer Bedeutung für den Gruppenerfolg bewusst und setzt diese Stärke ein.
Gruppenprozess-Reflektion Die Gruppenmitglieder sollen Zuwächse und Entwicklungsfelder in ihrer Kooperations- und Kommunikationskompetenz erkennen. Dazu bedarf es der obligaten Reflektion des Gruppenarbeitsprozesses und des individuellen Beitrages vor der Ergebnispräsentation.
Soziale Fähigkeiten Das private und berufliche Leben finden in einem sozialen Umfeld statt. Dazu bedarf es diverser sozialer Kompetenzen, von denen viele im sozialen Umfeld "Schule" von essentieller Bedeutung für ein ungestörtes, nachhaltiges Lernen sind. Der zentrale Ort des sozialen Lernens ist die Lerngruppe.
Face-toFace-Interaction 80% der Kommunikation ist non-verbal. Für eine gelingende kooperative Arbeitsphase ist es unabdinglich, dass sich die Gruppenmitglieder ins Gesicht sehen können.
Das Merkwort für diese Gestaltung kooperativer Lernsituationen heißt PIGSFace.
Five Basic Elements
Kunst der Teamführer*innen
Die sechste und wichtigste Zutat ist die Kunst des Teamführers, früher: Lehrers. Diese Kunst wird geprägt von einer den Menschen zugewandten und der Zusammenarbeit mit ihnen geprägten Haltung, innerer Ruhe und einer höchst präzisen handwerklichen Fähigkeit zur Gestaltung kooperativer Lernsituationen.
Und nicht zuletzt sind Lernbegleiter*innen Vorbilder.
Deswegen beginnt Cooperative Learning plusStar im Lehrerzimmer und nicht im Klassenraum. Der Erfolg der Umstellung auf kooperative Lernsituationen hängt von der der Fähigkeit der Erwachsenen, sich selbst situationsangepasst zu führen und ihrer Kooperations- und Kommunikationskomptenz ab.
Bitte beachten Sie: Damit die sozialen Spannungen in den Gruppen minimiert werden, ist vor dem Einsatz von Kleingruppenarbeit eine intensive Partnerarbeitsphase von etwa 6 Monaten, bei der jede/r Lernende mit jedem anderen in der Lerngruppe mindenstens drei gute Kooperationserfahrungen gemacht hat, notwendig. Die Dokumentation erfolgt über das "Partner-Bingo".
Treten die aus der Gruppenarbeit bekannten sozialen Spannungen in einer Gruppe auf, ist es in vielen Fällen notwendig, die Partnerarbeitsphase zu verlängern.

In unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Lerngruppe werden kooperative Lernsituationen angemessen unterschiedlich gestaltet. Siehe Steuerung gruppendynamischer Prozesse

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